Warum Einsatzstellenhygiene wichtig ist
Nach einem Brandeinsatz sieht man oft nur den Ruß – die unsichtbare Gefahr steckt jedoch in den Rückständen: Rauchgase, Schadstoffe und Chemikalien haften an Kleidung und Ausrüstung und gasen auch weiterhin aus – konkret geht es um polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (kurz PAK). Zahlreiche PAK sind nachweislich krebserregend. Sie können die Gesundheit unserer Einsatzkräfte gefährden, wenn sie nicht richtig entfernt werden.
Mit entsprechenden Hygienemaßnahmen schützen wir uns und verhindern, dass Schadstoffe in Fahrzeuge, Gerätehäuser oder nach Hause gelangen. So sorgen wir dafür, dass unsere Kameradinnen und Kameraden gesund bleiben – und nach dem Einsatz sicher zu ihren Familien zurückkehren können.
Die Einsatzstellenhygiene ist deshalb fester Bestandteil unserer Arbeit und somit relevant für alle Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehren in der Gemeinde Edewecht. Entsprechend wird sie von allen Mitgliedern der Gemeinde Feuerwehr bedient und angewendet.
Aufbau der Einsatzstellenhygiene
Für den Aufbau der Einsatzstellenhygiene ist auf dem Abrollbehälter Logistik (AB-L) sämtliches erforderliches Material verlastet. Mit dem Wechselladerfahrzeug (WLF-K) wird der Abrollbehälter zur Einsatzstelle transportiert.
Vor Ort erfolgt der strukturierte Aufbau der Hygienezone: Zelte, Reinigungsstation sowie die Stiefelwaschanlage werden eingerichtet. Zusätzlich werden saubere Ersatzkleidung und Wechselbehälter für Atemschutzgeräte bereitgestellt.
Wie sieht eine Einsatzstellenhygiene aus?
Direkt an der Einsatzstelle wird ein Hygienebereich eingerichtet, in dem sich die Einsatzkräfte unmittelbar nach dem Einsatz reinigen können. Dort stehen Wasser, Seife sowie spezielle Hilfsmittel zur Verfügung, um Ausrüstung und Schutzkleidung fachgerecht abzulegen und zu reinigen.
Zur konsequenten Umsetzung der Schwarz-Weiß-Trennung werden zwei getrennte Zelte eingesetzt. So wird verhindert, dass sich Schadstoffe aus dem kontaminierten Bereich in saubere Bereiche ausbreiten und eine Kontaminationsverschleppung entsteht.
Der Hygienetrupp im Einsatz
Nach einem Brandeinsatz unterstützt der Hygienetrupp die Atemschutzgeräteträger dabei, ihre kontaminierte Ausrüstung sicher abzulegen.
Dazu unterstützen sie beim eigenständigen Anlegen von Maske und zweilagigen Einmalhandschuhen und sorgen dafür, dass im weiteren Verlauf die Einsatzkleidung und Ausrüstung fachgerecht in speziellen Säcken verstaut wird. Mit dieser Arbeit schützt der Hygienetrupp die Gesundheit der Einsatzkräfte und sorgt für einen sauberen Abschluss jedes Einsatzes.
Ablauf für Atemschutzgeräteträger
Nach dem Einsatz folgt ein strukturierter Dekontaminationsprozess, um Schadstoffe zu entfernen und die Gesundheit zu schützen. Die wichtigsten Schritte:
- Schutzkleidung und Ausrüstung ablegen – Helm, Handschuhe, Atemschutz und weitere Gegenstände werden kontrolliert entfernt.
- Grobreinigung – Kleidung und Stiefel werden vor Ort grob gereinigt.
- Kontaminierte Kleidung sicher verpacken – Alles kommt in spezielle Dekon-Säcke
- Saubere Kleidung anziehen – zur konsequenten Schwarz-Weiß Trennung
- Persönliche Hygiene – Hände, Gesicht und Arme werden gründlich gewaschen.
Diese Maßnahmen verhindern, dass gefährliche Rückstände in Fahrzeuge oder private Bereiche gelangen. Gesundheitsschutz endet nicht mit dem Löschen des Feuers – er geht bei der Hygiene weiter.






































