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Geschichte 14 – Der Weihnachtsbaum kippt um
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Der Weihnachtsmarkt in Edewecht war klein, aber wunderschön. Holzstände reihten sich rund um die Kirche, es duftete nach gebrannten Mandeln, heißem Apfelsaft und Zimt. Kinder lachten, Lichter funkelten, und überall waren fröhliche Gesichter zu sehen.
Ede, der Feuerwehrfuchs, war an diesem Nachmittag nicht im Dienst. Er hatte frei – zumindest offiziell. Aber Ede hatte immer ein Auge offen. Denn wo viele Menschen zusammenkommen, konnte auch mal etwas schiefgehen.
Er schlenderte an den Ständen vorbei, schaute den Kindern beim Karussellfahren zu und trank einen Becher warmen Punsch – natürlich alkoholfrei.
Plötzlich roch er etwas, das nicht dorthin gehörte: verbranntes Holz. Kein Lagerfeuer-Geruch. Es roch stechend – wie angekokeltes Tuch.
Ede stellte den Becher ab und blickte sich um. Aus einem der Marktstände, in dem Kerzen und Holzfiguren verkauft wurden, stieg ein dünner Rauchfaden auf. Niemand sonst hatte es bemerkt.
Er ging schneller, drängte sich durch die Menge, bis er direkt vor dem Stand stand. Der Verkäufer, ein älterer Herr mit Mütze, war gerade mit einem Kunden im Gespräch. Hinter ihm flackerte auf dem Tresen eine große Kerze in einem Windlicht – allerdings ohne Glas, nur ein einfacher Metallring hielt sie aufrecht.
Daneben lagen kleine Holzengel, Strohsterne und bunte Servietten.
Ede trat entschlossen vor. „Stopp! Kein Schritt weiter!“
Der Verkäufer zuckte zusammen. „Was… was ist denn?“
„Ihre Kerze – da hinten. Sie hat die Servietten angesengt.“
Tatsächlich: Ein kleiner Funke war auf das Papier übergesprungen. Es hatte bereits leicht gebrannt, war aber glücklicherweise wieder von selbst erloschen. Zurück blieb ein verkohlter Rand – und ein sehr aufgeregter Fuchs.
Ede griff nach seiner kleinen Sprühflasche mit Wasser, die er immer im Rucksack hatte, und benetzte die Stelle vorsorglich.
„Hier darf kein offenes Feuer stehen – schon gar nicht in einem Holzstand mit leicht brennbaren Dingen!“
Der Mann sah verwirrt aus. „Aber es ist doch Weihnachtsmarkt! Ohne echte Flammen ist es nicht gemütlich!“
Ede schüttelte den Kopf. „Gemütlichkeit ist kein Grund für Gefahr. Holzstände sind wie Zündholzschachteln. Ein Funke genügt – und der ganze Markt steht in Flammen.“
Mittlerweile hatten sich mehrere Menschen versammelt. Auch der Veranstalter des Markts war gekommen.
„Was ist passiert?“
Ede zeigte auf die Kerze. „Diese offene Flamme hat beinahe einen Brand verursacht.“
Der Veranstalter sah den Verkäufer streng an. „Wir haben ganz klar gesagt: Nur elektrische Beleuchtung. Keine offenen Flammen – das steht in der Marktordnung.“
„Das wusste ich nicht…“, murmelte der Mann.
„Ab jetzt wissen Sie’s“, sagte Ede. „LED-Kerzen gibt es auch in schön. Sie flackern, sie leuchten – und sie brennen garantiert nichts ab.“
Der Veranstalter nickte. „Ich werde alle Stände nochmal kontrollieren.“
Ein kleiner Junge mit Mütze fragte Ede: „Warum hast du das sofort gerochen?“
Ede lächelte. „Ein Feuerwehrfuchs erkennt Gefahren, bevor sie groß werden. Und du kannst das auch lernen. Schau genau hin, riech genau hin – und sag einem Erwachsenen Bescheid, wenn dir etwas komisch vorkommt.“
Der Junge nickte stolz.
Wenig später war der Stand gesichert. Die Kerze wurde entfernt, und der Verkäufer bekam eine LED-Lampe vom Veranstalter gestellt.
„Sie leuchtet sogar wärmer als die Kerze“, murmelte der Verkäufer. „Und meine Strohsterne bleiben heil.“
Ede setzte seinen Rundgang fort. Der Markt war wieder ruhig. Und sicher.
Später, zurück in der Wache, schrieb Ede einen kurzen Vermerk in sein Notizbuch:
„Lichter machen Stimmung. Sicherheit macht das Fest.“
Brandschutztipp von Ede:
„Offenes Feuer hat auf Weihnachtsmärkten und in Verkaufsständen nichts zu suchen! Brennende Kerzen, Öfen oder Gasflammen dürfen nur mit Schutz und Abstand eingesetzt werden – und am besten gar nicht. Verwende LED-Lichter – sie sind sicher, hell und festlich.“

