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Geschichte 18 – Der Kaminabend mit Folgen
18. Dezember 2025
Es war der 17. Dezember in Edewecht – und überall blinkte und funkelte es. Die Weihnachtsbeleuchtung lief auf Hochtouren. Manche Häuser waren so geschmückt, dass man dachte, sie wollten mit dem Nordpol konkurrieren.
Ede, der Feuerwehrfuchs, fuhr an diesem Abend Streife. Nicht mit Martinshorn, sondern ganz leise, um zu schauen, ob in der Gemeinde alles in Ordnung war. Es war seine stille Kontrolle vor dem Fest.
Als er durch die Ulmenstraße fuhr, fiel ihm ein Haus besonders auf. Das Dach war mit Lichtern gesäumt, im Vorgarten standen blinkende Rentiere, und sogar der Briefkasten leuchtete. Doch was Ede auffiel: Ein offenes Fenster im Keller – aus dem flackerndes Licht kam. Und Rauch.
Sofort sprang Ede aus dem Fahrzeug, nahm seine Taschenlampe und klopfte an der Tür. Eine Frau öffnete, etwa Mitte 40, mit Weihnachtsmütze auf dem Kopf.
„Ist alles in Ordnung bei Ihnen?“, fragte Ede freundlich, aber bestimmt.
Die Frau sah überrascht aus. „Ja… also… ich glaube schon. Mein Mann ist im Keller und installiert noch eine Lichterkette.“
„Es kommt Rauch aus dem Fenster“, sagte Ede ruhig.
Jetzt wurde die Frau bleich. „Oh nein… nicht schon wieder!“
Ede lief die Treppe hinunter. Im Keller war der Geruch deutlich: verbranntes Plastik. Und auf dem Tisch: ein Haufen verknoteter Kabel, alte Mehrfachsteckdosen, offene Lichterketten mit freiliegenden Drähten. Dazwischen saß ein Mann mit Werkzeug – und schaute erschrocken auf einen rauchenden Stecker.
„Ich wollte nur noch den Garten beleuchten…“, stammelte er. „Ich hab alles zusammengeschaltet… aber dann hat’s gefunkt.“
Ede zog sofort den Hauptstecker und sicherte die Stelle. Dann überprüfte er mit der Wärmebildkamera, ob irgendwo noch Glut war. Zum Glück war nichts übergesprungen. Aber das war knapp gewesen.
„So viele Kabel aneinander – und dann noch beschädigte Stecker – das ist brandgefährlich“, sagte Ede ernst. „Und das hier ist keine Weihnachtswerkstatt – das ist eine Feuerfalle.“
Der Mann nickte kleinlaut. „Ich hab’s übertrieben. Aber es sah einfach so schön aus.“
Ede begann, die Kabel zu entwirren. Manche waren so alt, dass die Isolierung schon brüchig war. Andere hatten lose Kontakte, ein paar waren sogar mit Klebeband geflickt.
„Nie, wirklich nie“, sagte Ede, „sollte man defekte Kabel weiterverwenden. Und Kabelsalat führt zu Hitzestau – das kann brennen, noch bevor es funkt.“
Die Frau war dazugekommen. „Wir haben zu viele Lichter… ich weiß. Aber wir wollten dieses Jahr besonders hell feiern.“
„Verständlich“, sagte Ede. „Aber besonders hell darf nicht besonders gefährlich bedeuten.“
Er zeigte den beiden ein Prüfzeichen auf einer seiner Steckdosen: CE-Zeichen, GS-Prüfzeichen – und eine Begrenzung der Gesamtleistung. „Das ist wichtig. Und alles muss ordentlich verlegt sein, ohne Knoten oder Quetschungen.“
Gemeinsam räumten sie den Keller auf. Ede entsorgte die kaputten Kabel, und der Mann versprach, am nächsten Tag im Fachhandel geprüfte Verteiler zu besorgen.
„Und dieses Jahr wird’s ein bisschen weniger blinkend“, sagte er mit einem Lächeln.
„Weniger kann sicher mehr sein“, sagte Ede und trug den letzten Kabelklumpen zum Fahrzeug.
Zurück in der Wache schrieb er seinen Bericht und notierte groß:
„Kabel brauchen Ordnung. Nicht Mut zum Risiko.“
Dann schaltete er seine eigene Lichterkette ein – nur eine kleine LED-Schnur. Aber sie reichte aus, um die Stube gemütlich zu machen.
Brandschutztipp von Ede:
„Verwende nur geprüfte, intakte Kabel und Steckdosen. Keine defekten oder selbst geflickten Leitungen benutzen! Vermeide Kabelsalat – Kabel müssen ordentlich verlegt werden, ohne Knoten oder Quetschungen. Und: Nicht zu viele Geräte an eine Steckdose anschließen!“

