
Geschichte 18 – Der Kaminabend mit Folgen
18. Dezember 2025
Geschichte 20 – Die vergessene Wärmflasche
20. Dezember 2025
Es war der 19. Dezember, kurz vor Weihnachten. In ganz Edewecht wurde gewerkelt, gebastelt und vorbereitet. Überall roch es nach Tannenzweigen, Plätzchen und Geschenkpapier. Auch Ede, der Feuerwehrfuchs, war gut beschäftigt – er sortierte gerade neue Flyer mit Tipps zur Weihnachtssicherheit, als das Funkgerät knackte.
„Rauchentwicklung in einem Keller, Rosenweg 4. Verdacht auf Schmorbrand. Bewohner haben Keller bereits verlassen.“
Ede schob die Flyer zur Seite, zog seine Jacke an und war schon auf dem Weg. Keine Zeit verlieren, wenn es um Feuer geht – besonders nicht so kurz vor dem Fest.
Als er in den Rosenweg einbog, winkte ihn ein aufgeregter Junge an. Er stand vor einem kleinen Einfamilienhaus. Neben ihm seine große Schwester, beide mit roten Wangen vom Schreck und der Kälte.
„Da unten! In unserer Bastelwerkstatt! Es hat angefangen zu qualmen!“, rief der Junge. „Mama hat uns rausgeschickt!“
„Sehr gut reagiert“, lobte Ede und betrat vorsichtig das Haus.
Der Rauch war deutlich zu riechen, aber nicht beißend. Im Flur sah Ede die Kellertür – sie war geöffnet. Er zog seine Atemmaske auf, nahm die Wärmebildkamera und stieg die Treppe hinunter. Unten war es dämmrig. Ein kleines Fenster war gekippt, und auf einem großen Basteltisch flackerte noch eine Stehlampe.
In der Mitte des Tisches lag eine Heißklebepistole – eingeschaltet, halb auf der Seite liegend, und direkt daneben: ein offenes Päckchen mit Glitzerwatte und Papiersternen.
Ein Teil davon glimmte noch. Ede zog die Stecker, sprühte vorsichtig Wasser über das Material und lüftete gründlich. Der Schmorbrand war klein geblieben – aber es hätte auch anders enden können.
Er trug die Reste nach draußen. Die Mutter der Kinder kam ihm entgegen, aufgelöst, aber unverletzt.
„Ich bin nur kurz hoch, um das Telefon zu holen! Nur zwei Minuten!“, sagte sie. „Die Kinder wollten die letzten Geschenke für die Großeltern basteln.“
Ede nickte. „Verständlich. Aber eine eingeschaltete Heißklebepistole darf nie unbeaufsichtigt bleiben – vor allem nicht in der Nähe von Papier oder Stoff.“
Die große Schwester senkte den Blick. „Ich hab sie zur Seite gelegt, weil ich Platz brauchte. Dann ist sie runtergerollt…“
„Das kann passieren“, sagte Ede ruhig. „Deshalb braucht jedes heiße Gerät eine sichere Unterlage – feuerfest, stabil und nicht rutschig. Und immer: Stecker ziehen, sobald man nicht dran arbeitet.“
Er zeigte ihnen eine kleine Brandschutzmatte aus seiner Ausrüstung – extra für solche Werkzeuge. Darauf stand: „Hier darf’s heiß sein – aber sicher.“
Die Kinder schauten neugierig. „Wo bekommt man so was?“, fragte der Junge.
„Im Baumarkt“, sagte Ede. „Oder bei der Feuerwehr – wir verschenken welche an Schulen und Kitas.“
Die Mutter atmete tief durch. „Ich wollte doch nur, dass sie kreativ sind. Ohne Bildschirm.“
„Das ist wunderbar“, sagte Ede. „Aber Sicherheit gehört zur Kreativität. Denn was nützt das schönste Geschenk, wenn dabei das Haus brennt?“
Gemeinsam schauten sie sich den Basteltisch an. Ede half beim Umstellen: keine Vorhänge am Fenster, keine offenen Verpackungen in der Nähe der Steckdosen, und die Heißklebepistole bekam einen festen Platz mit Haken zum Aufhängen.
Bevor er ging, schenkte er den Kindern zwei reflektierende Aufkleber für ihre Werkzeugboxen. Darauf stand: „Heiß ist nur cool, wenn’s sicher ist.“
Zurück in der Wache schrieb Ede seinen Bericht. Dann nahm er sich einen Flyer aus dem Stapel, den er am Morgen sortiert hatte, und legte ihn ganz oben hin:
„Sicher basteln – mit Köpfchen und Unterlage.“
Brandschutztipp von Ede:
„Werkzeuge wie Heißklebepistolen, Lötkolben oder Scheren dürfen nie unbeaufsichtigt bleiben – vor allem nicht in der Nähe von Papier, Stoff oder Watte. Benutzt feuerfeste Unterlagen, zieht den Stecker, wenn ihr Pause macht, und haltet Abstand zu brennbarem Material!“

