
Geschichte 22 – Die vergessene Kerze im Flur
22. Dezember 2025
Weihnachtsgruß der Feuerwehr Edewecht
24. Dezember 2025
Der 23. Dezember war frostig. In Edewecht lag wieder Schnee, und die Straßenlaternen spiegelten sich in kleinen Pfützen aus geschmolzenem Eis. Es war der Tag vor Heiligabend – und viele Familien waren damit beschäftigt, letzte Vorbereitungen zu treffen.
Ede, der Feuerwehrfuchs, war früh auf den Beinen. Er prüfte die Fahrzeuge ein letztes Mal vor dem Fest und ging die Bereitschaftspläne durch, als das Funkgerät laut aufrauschte:
„Brandgeruch in Kinderzimmer, Drosselweg 18. Heizlüfter im Einsatz. Eltern alarmierten Feuerwehr nach Rauchentwicklung.“
Ede war in Sekunden bereit. Helm auf, Handschuhe an, ab ins Fahrzeug. Die Straße war glatt, aber Ede lenkte mit sicherer Pfote.
Als er ankam, stand eine Familie im Bademantel vor dem Haus – Mutter, Vater, ein kleines Kind mit Kuscheltier im Arm. Der Junge hustete leicht, wirkte aber munter.
„Der Heizlüfter!“, rief der Vater. „Ich hab ihn fürs Kinderzimmer reingestellt, weil es so kalt war. Aber dann kam Rauch aus der Ecke, und es roch ganz seltsam.“
Ede nickte ernst, öffnete seine Ausrüstung und ging sofort ins obere Stockwerk. Das Kinderzimmer war klein, warm – aber stickig. Am Boden, zwischen Decke und Stofftieren, stand ein kleiner Heizlüfter. Das Gerät war verkohlt an einer Seite, und rundherum lag geschmolzener Kunststoff. Ein Teil der Decke war versengt.
Ede zog den Stecker, prüfte mit der Wärmebildkamera die Umgebung. Keine Glut, keine offenen Flammen – aber Hitze, viel zu viel Hitze. Der Lüfter war offenbar stundenlang gelaufen – direkt neben Kissen, Kuscheltieren und Teppich.
Zurück unten fragte er: „Wie lange lief das Gerät?“
Die Mutter sah verlegen aus. „Seit gestern Abend. Ich wollte, dass es schön warm bleibt. Und ich dachte, das Gerät geht von selbst aus, wenn es zu heiß wird.“
„Manche tun das“, sagte Ede ruhig. „Aber nicht alle – und selbst dann kann es gefährlich werden, wenn drumherum nichts atmen kann. Heizlüfter brauchen Platz. Und sie gehören nicht in die Nähe von Textilien oder ins Kinderzimmer – schon gar nicht über Nacht.“
Er zeigte dem Vater die verkohlte Stelle: „Ein paar Minuten mehr – und das hätte gebrannt. Und im Kinderzimmer schlafen – das wäre lebensgefährlich gewesen.“
Der Junge hörte still zu, dann fragte er leise: „Geht mein Teddy jetzt kaputt?“
Ede kniete sich zu ihm herunter. „Dein Teddy ist ein Glückspilz. Er hatte einen Schutzengel – und Eltern, die schnell reagiert haben.“
Die Mutter streichelte ihrem Sohn über den Kopf. „Wir wollten es nur warm und gemütlich haben.“
„Verständlich“, sagte Ede. „Aber gerade in Kinderzimmern darf kein elektrisches Heizgerät unbeaufsichtigt laufen. Und erst recht nicht neben Decken oder Kuscheltieren. Die saugen die Wärme auf – und dann wird’s zu heiß.“
Ede empfahl, das Zimmer stattdessen mit der normalen Heizung auf Temperatur zu bringen und die Tür offen zu lassen. „Und wenn ihr unbedingt zusätzlich wärmen müsst – dann mit einem Kirschkernkissen. Kurz in die Mikrowelle, dann ins Bett – und sicher ist es auch.“
Die Eltern nickten und versprachen, nie wieder ein elektrisches Heizgerät unbeaufsichtigt laufen zu lassen – schon gar nicht in der Nähe von brennbaren Dingen.
„Und diesen Lüfter bringen wir gleich morgen zur Sammelstelle“, sagte der Vater.
Ede überreichte der Familie einen kleinen Infozettel mit dem Titel:
„Heizen, aber richtig!“
Dann nahm er das Gerät mit, um es in der Wache als Beispiel für seine Brandschutzschulung zu verwenden.
Zurück in der Feuerwehr hängte er den Infozettel an die Pinnwand.
Darauf stand in großen Buchstaben:
„Ein Kinderzimmer ist zum Träumen da – nicht für Stromgefahren.“
Brandschutztipp von Ede:
„Elektrische Heizlüfter dürfen nie unbeaufsichtigt laufen – besonders nicht über Nacht oder in Kinderzimmern! Halte immer ausreichend Abstand zu Decken, Kissen, Kuscheltieren und Möbeln. Hitzestau führt schnell zu Bränden. Sichere Alternativen sind Wärmflaschen oder Kirschkernkissen – aber auch diese nur mit Vorsicht!“

