
Geschichte 3 – Funkenschlag in der Garage
3. Dezember 2025
Geschichte 5 – Die Laterne im Kinderzimmer
5. Dezember 2025
Am vierten Dezember war ganz Edewecht in freudiger Erwartung. In zwei Tagen war Nikolaus, und in den Fenstern hingen schon liebevoll geputzte Stiefel – groß und klein, glänzend oder bunt bemalt.
Auch in der Feuerwehrwache stand ein blitzsauberer Stiefel vor dem Kamin. Ede, der Feuerwehrfuchs, hatte ihn selbst gewienert. Man wusste ja nie – vielleicht brachte der Nikolaus ja auch einem Feuerwehrfuchs ein Stück Schokolade.
Gerade wollte Ede sich einen Tee machen, als das Funkgerät knackte.
„Feueralarm in der Schulstraße 12. Rauch im Kinderzimmer. Kind wird vermisst.“
Ede lässt alles stehen und liegen. Keine Zeit zu verlieren. Helm auf, Jacke an, ins Fahrzeug – das Martinshorn heulte los, Blaulicht zuckte über die Straße.
Als Ede ankam, drang bereits Rauch aus dem offenen Fenster im ersten Stock. Eine Frau stand weinend auf dem Gehweg.
„Meine Tochter! Sie war im Kinderzimmer! Ich hab sie gerufen – aber sie hat nicht geantwortet!“
Ede nickte ruhig. „Ich kümmere mich.“
Er betrat das Haus, schob sich durch den dichten Rauch. Die Flammen selbst sah er nicht – also war es noch nicht zu spät. Im Flur lag ein Nikolausstiefel. Klein. Rot. Ohne Inhalt. „Der verlorene Stiefel“, dachte Ede.
Im Kinderzimmer war es dämmrig. Spielzeug lag überall, Bücher waren durcheinander, und ein Nachtlicht flackerte.
„Hallo? Ich bin von der Feuerwehr!“, rief Ede laut. Nichts.
Dann sah er eine Bewegung – unter dem Bett.
Er kniete sich hin. Da, in der Ecke, kauerte ein kleines Mädchen. Die Knie angezogen, die Hände über den Kopf, das Gesicht voller Angst.
„Ich heiße Ede“, sagte er ruhig. „Ich bin hier, um dich rauszuholen. Es ist gefährlich hier. Komm mit mir.“
Das Mädchen zitterte, sagte kein Wort. Also robbte Ede langsam unter das Bett, schob seinen Arm nach vorne und griff vorsichtig ihre Hand.
„Du bist mutig, dass du still warst – aber wenn es brennt, musst du laut rufen. Verstecken ist dann sehr gefährlich.“
Sie nickte kaum merklich.
Ede nahm sie auf den Arm und brachte sie schnell nach draußen. Die Mutter stürzte sofort zu ihr, Tränen liefen ihr übers Gesicht.
„Sie hat sich versteckt! Ich hab gerufen, aber sie hat nicht geantwortet!“
Ede sprach ruhig: „Viele Kinder verstecken sich, wenn sie Angst haben. Besonders beim Rauch. Aber wir müssen ihnen beibringen, bei Gefahr laut zu rufen und sich nicht zu verstecken.“
Ein Nachbar war gekommen und half beim Lüften. Der Rauch stammte von einem Teelicht, das auf einem Regal stand – direkt unter einem gebastelten Nikolaus aus Papier. Eine Bastelarbeit war heruntergefallen, das Papier hatte Feuer gefangen. Die Flammen waren zum Glück von selbst wieder ausgegangen, aber der Rauch war geblieben.
Wenig später saß Ede wieder in seiner Wache. Er stellte den Stiefel, den er mitgebracht hatte, in die Fundkiste – direkt neben seinen eigenen.
Brandschutztipp von Ede:
„Wenn es brennt, darfst du dich nicht verstecken! Mach dich bemerkbar! Ruf laut, geh ans Fenster oder zur Tür. Nur so kann dir geholfen werden.“

