
Geschichte 4 – Der verlorene Nikolausstiefel
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Zweite erfolgreiche Flämmchenabnahme bei der Kinderfeuerwehr
5. Dezember 2025
Der fünfte Dezember war ein besonderer Tag in Edewecht. Die Kinder bastelten fleißig für den Nikolausabend, und überall in den Fenstern hingen selbstgemachte Sterne, Tannenzweige und bunt bemalte Laternen.
Auch in der Feuerwehrwache war Ede schon früh auf den Beinen. Er sortierte die Ausrüstung, prüfte den Wasserdruck der Schläuche und zählte die Atemschutzmasken. Nichts durfte fehlen, denn auch in der Vorweihnachtszeit konnten Brände entstehen – manchmal gerade dann.
Gegen Mittag knackte das Funkgerät.
„Brandverdacht, Ahornweg 3. Rauchentwicklung im Kinderzimmer.“
Ede ließ alles stehen, zog seine Jacke an, schnappte sich den Helm und sprang ins Fahrzeug. Das Blaulicht leuchtete, der Motor röhrte – und wenige Minuten später war er vor Ort.
Ein junges Ehepaar stand aufgeregt vor dem Haus. Die Mutter hielt ein Kleinkind im Arm, der Vater rief: „Oben, im Zimmer unserer Tochter! Da war plötzlich Rauch, und wir haben sie sofort rausgeholt!“
Ede nickte, griff nach dem Feuerlöscher und stieg die Treppe zum Kinderzimmer hinauf. Bereits im Flur roch es verbrannt – eine Mischung aus Papier, Wachs und geschmolzenem Plastik.
Im Zimmer angekommen, sah Ede die Ursache sofort: Auf dem kleinen Tisch stand eine selbstgebastelte Laterne aus Transparentpapier, daneben ein Teelicht – oder besser: das, was davon übrig war. Die Laterne war halb verkohlt, der Tisch angesengt. Zum Glück hatte sich das Feuer nicht weiter ausgebreitet.
Mit wenigen Handgriffen löschte Ede die glimmenden Reste und öffnete das Fenster zum Lüften.
Unten im Wohnzimmer nahm er sich die Eltern zur Seite. „Wer hat das Teelicht angezündet?“
Der Vater sah verlegen aus. „Unsere Tochter wollte die Laterne ausprobieren. Ich war in der Küche, sie hat wohl ein Streichholz gefunden.“
Ede nickte ernst. „Laternen sind wunderschön – aber nur mit sicherem Licht. Echte Kerzen und Papier sind eine gefährliche Kombination. Vor allem im Kinderzimmer.“
Die Mutter wiegte das Baby im Arm. „Wir wollten sie nicht unbeaufsichtigt lassen. Es waren nur ein paar Minuten.“
„Genau das reicht manchmal“, sagte Ede. „Kinder sind neugierig. Sie lernen durch Nachahmung. Wenn sie sehen, wie man Kerzen anzündet, wollen sie es selbst probieren.“
Er zeigte ihnen ein kleines LED-Licht, das er immer im Rucksack hatte. „So etwas ist ideal für Kinderlaternen. Kein Feuer, kein Wachs, keine Gefahr.“
Der Vater nahm es entgegen. „Wir werden alle Laternen auf LED umstellen. Versprochen.“
Draußen hatte sich mittlerweile eine kleine Nachbarsgruppe versammelt. Ede sprach ein paar Worte zur Sicherheit bei Bastelarbeiten, bevor er sich verabschiedete und zurück zur Wache fuhr.
In der Garage hängte er seine Jacke auf, reinigte den Feuerlöscher und schrieb seinen Einsatzbericht. Dann blickte er aus dem Fenster. Ein paar Häuser weiter leuchtete eine Laterne – dieses Mal mit einem flackernden, sicheren LED-Licht.
Brandschutztipp von Ede:
„Laternen und Kerzen gehören nicht ins Kinderzimmer – besonders nicht mit echtem Feuer. Verwende LED-Lichter. Sie sind sicher und leuchten genauso schön.“

