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In Edewecht wurde es immer weihnachtlicher. Die Fenster waren mit Schneeflocken bemalt, auf den Balkonen blinkten bunte Sterne, und in vielen Wohnzimmern leuchteten Lichterketten in allen Farben.
Ede, der Feuerwehrfuchs, hatte seinen eigenen kleinen Weihnachtsbaum aufgestellt – mit ganz sicherer LED-Beleuchtung natürlich. Keine Hitze, keine Funken, keine Gefahr.
Es war früher Abend, als das Funkgerät auf Edes Wache auf einmal laut knackte:
„Rauchentwicklung im Wohnzimmer, Mühlenweg . Lichterkette überhitzt. Keine Personen mehr im Gebäude.“
Ede sprang sofort auf. Helm auf, Jacke zu, Stiefel an – und los ging’s mit dem Löschfahrzeug durch die kühle Nacht. Blaulicht blitzte über die Dächer, das Martinshorn klang durch die verschneiten Straßen.
Als Ede am Mühlenweg ankam, sah er schon von Weitem den Rauch aus dem Wohnzimmerfenster steigen. Vor dem Haus standen zwei ältere Menschen, Arm in Arm. Beide zitterten leicht – vor Kälte und Schreck.
„Es war nur die Lichterkette!“, rief der Mann. „Ich hab sie vorhin eingesteckt – und plötzlich hat es geknistert!“
Ede nickte, holte seine Ausrüstung und betrat das Haus. Der Rauch war dicht, aber nicht beißend. Er hielt die Wärmebildkamera hoch – die Hitzequelle war schnell gefunden.
Im Wohnzimmer hing eine Lichterkette aus kleinen bunten Glühbirnchen – kunstvoll über einen Holzregalrahmen gespannt. Einige Birnchen waren geschmolzen, das Kabel war schwarz an einer Stelle. Darunter: ein kleiner Schwelbrand auf der Holzfläche.
Ede griff zum Feuerlöscher und erstickte den Brand in wenigen Sekunden. Dann öffnete er die Fenster und lüftete den Raum gründlich.
An der Tür stand der alte Mann. „Ich hab die Kette vor Jahren auf dem Flohmarkt gekauft. Sie sah noch so gut aus. Und leuchtete wunderschön.“
Ede schüttelte sanft den Kopf. „Manche Dinge sehen schön aus, aber sind nicht sicher. Gerade alte Lichterketten ohne Prüfzeichen können überhitzen. Besonders, wenn sie auf Holz oder in der Nähe von Vorhängen hängen.“
Die Frau sah erschrocken aus. „Aber wir haben sie doch nur eine halbe Stunde brennen lassen!“
„Mehr braucht es nicht“, erklärte Ede ruhig. „Wenn Kabel beschädigt sind oder schlecht verarbeitet, wird es schnell gefährlich.“
Er zeigte ihnen auf dem Gehäuse der geschmolzenen Glühbirne, dass kein CE-Zeichen zu finden war. Kein Hinweis auf Sicherheitsprüfung. Nur ein verblasster Aufkleber.
„Und dieses Regal hier ist aus weichem Holz. Kombiniert mit der Hitze – das war wie ein Lagerfeuer auf dem Sideboard.“
Der Mann senkte den Blick. „Ich wollte doch nur für meine Enkel alles schön machen.“
„Das ist auch wunderbar“, sagte Ede. „Aber sicher ist schöner. Es gibt heute LED-Lichterketten mit geprüften Steckern. Die werden nicht heiß, brauchen weniger Strom und sind viel ungefährlicher.“
Die Frau nickte. „Wir kaufen morgen neue. Versprochen.“
Ede half noch, das Wohnzimmer zu prüfen, entfernte alle Lichterketten mit ähnlichen Steckern und wünschte den beiden dann einen ruhigeren Abend.
Draußen hatte sich ein leichter Nebel gebildet. Es roch nach Schnee und verbranntem Holz. Ede fuhr zurück zur Wache und dachte über all die Dinge nach, die schön aussehen, aber gefährlich sein können.
In der Wache angekommen, nahm er eine Liste und schrieb sie neu:
„Dinge, die geprüft sein müssen, bevor sie leuchten dürfen.“
Oben auf der Liste: Lichterketten.
Brandschutztipp von Ede:
„Benutze nur geprüfte Lichterketten mit CE-Zeichen oder GS-Prüfzeichen! Alte oder beschädigte Kabel können überhitzen und Brände auslösen. Lichterketten gehören nicht auf Holzregale oder in Nähe von Vorhängen. LED-Lichter sind sicherer und sparen Energie.“

